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Einzelspiele

02 – Köln

Köln 1:3 BVB — 1:0 Drexler (29.), 1:1 Sancho (70.), 1:2 Hakimi (86.), 1:3 Alcacer (90.+4)

Am zweiten Spieltag der neuen Saison hatte Dortmund 60 Minuten lang große Probleme gegen Köln. Die Gastgeber pressten hoch, und dem BVB gelang es weder, sich schnell durch das Pressing zu kombinieren, noch Ballbesitz in der gegnerischen Hälfte zu etablieren und so Stabilität und Ruhe in das eigene Spiel zu bringen. Besonders für einen Meisterschaftsaspiranten sah die erste Stunde daher sehr dürftig aus; bestenfalls war man auf Augenhöhe mit dem Aufsteiger.

Köln lief den BVB grundsätzlich in einem hohen 4-1-3-2-Mittelfeldpressing an, rückte aber bei Pässen auf Bürki in ein Angriffspressing vor. Die Raute war horizontal sehr kompakt: Pässe ins Zentrum und auch in die Halbräume waren schwierig, dafür wurden die Dortmunds Außenverteidiger zunächst freigelassen. Regelmäßig waren nach Aufbauversuchen über halblinks Pässe auf Piszczek zu sehen, der dann mit Ball häufig etwas Richtung in die Mitte rückte. Selbst wenn Reus sich etwas fallenließ, hatte Köln durch die Raute in zentralen Räumen Überzahl.

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Modeste und Córdoba arbeiten sehr viel gegen den Ball und versperrten die Passwege ins Zentrum. Kippte Witsel zwischen die Innenverteidiger ab, ergab sich kein klarer Vorteil und die Stürmer kamen mit den nun längeren Laufwegen zurecht. Neben dem Rückwärtspressing waren Modeste und Córdoba auch bei Kontern und eigenen Angriffen sehr wichtig und kamen gegen Dortmunds Innenverteidigung häufig in 1-gegen-1-Situationen. Insgesamt betrieb Köln sehr viel Aufwand, stellte den BVB vor große Probleme und führte verdient mit 1:0 (29.). Dortmund gelang es überhaupt nicht, mit einer sinnvollen Struktur in Ballbesitz Ruhe in das Spiel zu bekommen oder mit Schnellangriffen Chancen herauszuspielen.

Mit den Wechseln Brandt für Weigl und Hakimi für Schulz (beides 62.) stellte Favre auf ein 4-3-3 mit Doppelzehn Reus-Brandt vor Witsel um. Vor allem Julian Brandt war ein entscheidender Faktor für die erfoglreiche letzte halbe Stunde des BVB. Meist positionierte sich Brandt als Mix zwischen Acht und Zehn im linken Halbraum und agierte dabei oft sehr intelligent. Kurz nach dem Doppelwechsel spielte Witsel, der von Terodde angelaufen wurde, zurück zu Hummels, der nun ohne Gegenspieler mit Ball aufrücken konnte. Brandt positionierte sich clever zwischen der Kölner Mittelfeld- und Abwehrkette, wurde von Hummels angespielt und leitete auf Reus weiter (63.):

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Vor allem der Druck auf Dortmunds Aufbauspieler ließ in der Schlussphase nach. Brandt und Reus nutzten regelmäßig den Raum vor Kölns Mittelfeld, verhinderten das Herausrücken des gegnerischen Außenspielern und drückten die Gastgeber nach hinten. Das aufwendige hohe Pressing – insbesondere der beiden Stürmer – schien kaum mehr wie anfangs möglich zu sein. Die Raute war nun nur sehr selten zu sehen; Köln verteidigte tiefer in einem recht durchschnittlichen 4-4-2. Piszczek und vor allem Hakimi konnten im letzten Drittel hochschieben, sodass Hazard und besonders Sancho freier Richtung Zentrum rücken konnten. Dortmund war dadurch in der Schlussphase klar überlegen. Allerdings war das Spiel dennoch knapp, und viele Bewegungen des BVB wirkten recht improvisiert – auf die Variante Reus-Brandt lässt sich aber aufbauen.

tbc

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